Tschernobyl für immer

Ein nukleares Lesebuch

Rezension Schweizer Radio DRS vom 20.11.11.

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Buchbesprechung, «Südostschweiz» vom 30.09.2011
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Buchbesprechung, «Basler Zeitung», 20.9.2011
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«... eine äusserst umfassende (und ergreifende) Dokumentation ...»

 

Peter Gysling, Moskau, Korrespondent SRF

 

 

Der Schweizer Buchhandel hat dem Lenos Verlag Basel die Auszeichnung «Verlag des Jahres» verliehen. Im Lenos Verlag sind auch meine Bücher erschienen «Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig» (über den Chemiewaffeneinsatz im Vietnamkrieg) und «Tschernobyl für immer». Der Preis wurde nicht für diese Werke verliehen. Aber dass man mit ihnen im richtigen Verlag ist, tut natürlich gut.

Todesstoss für Sumatra-Orang-Utans

Sumatra-Orang-Utan. Mutter mit Kind. Foto © Peter Jaeggi.

Der Tripa Sumpfmoorwald in Aceh brennt – und unzählige Orang-Utans sterben.

Palmöl

 

Indonesien zerstört Lebensraum

des Sumatra-Orang-Utans

 

Stand: 19. April 2012

 

Indonesien ist drauf und dran, einem der letzten wichtigen Lebensräume des Sumatra-Orang-Utans den Todesstoss zu versetzen.

 

«Wir sind eben über das Gebiet geflogen und haben den Todeskampf der Orang-Utans gesehen. Tripa brennt!» Der weltbekannte Orang-Utan-Forscher Ian Singleton ist entsetzt darüber, was dieser Tage auf Sumatra abläuft. Im Westen der Provinz Aceh wird derzeit im Herzen des 60 000 Hektar grossen Tripa-Torfsumpfwaldes gerodet. Tripa ist ein Schutzgebiet und laut der Uno-Umweltschutzorganisation UNEP einer der Biodiversitäts-Hotspots unseres Planeten. Das heisst: dort gibt es besonders viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Für den stark bedrohten Sumatra-Orang-Utan ist Tripa der letzte zusammenhängende Lebensraum dieser Art. Ian Singleton: «Wenn die Vernichtung des Waldes in diesem Tempo fortschreitet, wird es dort Ende dieses Jahres keine Menschenaffen mehr geben.»

 

Im Moment holzt und brennt die Palmölfirma PT Kallista Alam im Tripa eine 1600 Hektar grosse Fläche ab. Die Bewilligung dazu gab der Gouverneur von Aceh. Der gleiche Gouverneur, der zuvor für ganz Aceh ein Rodungs-Moratorium aussprach. Ein Moratorium für ganz Indonesien sprach auch Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono aus. Laut verschiedenen Quellen übte PT Kallista Alam grossen Druck aus auf die Entscheidungsträger in Aceh und in Jakarta.

 

Die Tripamoor-Zerstörung setzt enorme Mengen an CO2 frei, was gegen internationale Abkommen verstösst, die Indonesien unterschrieben hat. Dies mit dem Versprechen, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Rodung verstösst auch gegen internationale Moratoriums-Vereinbarungen, während zwei Jahren keine Holzkonzessionen in Torfmoorwäldern und in unberührten Wäldern zu vergeben.

 

Indonesiens Umweltforum WALHI und die betroffenen Menschen im Tripa-Gebiet haben den Gouverneur und das Palmölunternehmen Kallista in Aceh eingeklagt. Für die Bevölkerung rund um Tripa ist der Wald das wichtigste Trinkwasserreservoir. Das Gericht in Aceh trat mit höchst fadenscheiunigen Begründungen nicht auf den Fall ein. Es sei dafür nicht zuständig. Jetzt wird der Fall ans oberste Gericht weitergezogen.  Derweil brennt Tripa weiter. Orang-Utans sterben udn sind am Verhungern. Erste Rettungsaktionen sind angelaufen. 

 

Die Schweizer Umweltschutzorganisation PanEco engagiert sich seit Jahrzehnten für den Sumatra-Orang-Utan. Mit ihrer Partnerorganisation vor Ort betreut sie im Auftrag des indonesischen Staates ein Orang- Utan-Schutzprogramm. PanEco-Präsidentin Regina Frey ist über die Zerstörung im Tripa-Gebiet schockiert und sagt: «Wir kämpfen seit sechs Jahren für Tripa. Es ist ein Gebiet, das zur Erhaltung des Sumatra-Orang-Utans von grösster Wichtigkeit ist.» Gleich sieht es auch der weltweit prominenteste Orang-Utan-Forscher Carel van Schaik. Der Direktor des anthropologischen Institutes der Universität Zürich leitete ein Forschungsteam, das im Tripa-Torfsumpfwald erstmals nachwies, dass die Orang-Utans Werkzeuge verwenden. «Diese Primaten dort sind sehr begabt und haben unglaubliche Fähigkeiten entwickelt. Wenn dieser Wald nun auch noch vernichtet wird, verschwindet ein wertvolles Stück Leben.»

 

Die Kläger gegen den Staat und die Palmölfirma sagen, das Gerichtsurteil sei wegweisend für den zukünftigen Schutz der Regenwälder des Landes. Es werde zeigen, wie ernst dem Staat der Schutz der letzten Regenwälder und von Gebieten mit stark gefährdeten Arten sei. Regina Frey: «Das Urteil wird zu einem Präzedenzfall. Wenn jetzt erlaubt wird, die 1600 Hektaren zu roden, bedeutet dies das Todesurteil für den restlichen Tripa-Wald.»

 

Eine Art zweiter Tsunami in Aceh

Aceh wurde 2004 vom Tsunami am schlimmsten heimgesucht. Allein in dieser nördlichsten Provinz von Sumatra starben weit über 200 000 Menschen. Der Tsunami beendete auch einen Jahrzehnte langen, blutigen Unabhängigkeitskampf. Die nachfolgende politische und wirtschaftliche Öffnung brachte Acehs Wälder unter enormen Druck. Unzählige Palmölfirmen begannen, Regenwälder zu roden, um Plantagen anzulegen. Darunter auch im Tripa-Torfsumpfwald, wo 1990 noch um die 1000 Orang-Utans lebten. Mit der Abholzung der Wälder ist in Aceh nach dem Tsunami eine weitere Naturkatastrophe über Land hereingebrochen. Allerdings eine, vom Menschen gemachte. Zwischen 1985 und 2007 wurde in Sumatra fast die Hälfte der Wälder vernichtet.

 

Bild unten: Im Tripawald werden jetzt Orang-Utans gerettet. Dieses männliche Tier fand man halb verhungert. Foto PanEco.

Von Peter Jaeggi: Das erste deutschsprachige Buch über die heiligen Kühe im hinduistischen Indien.

Sydney Harbour Bridge ist 80

Die Sydney Harbour Bridge wurde am 19. März 2012 achtzig Jahre alt. – Am 19. März 1932 wurde der 1149 Meter lange «Kleiderbügel» eingeweiht. Man kann die eiserne Touristenattraktion nicht nur zu Fuss oder mit dem Auto überqueren, für Schwindelfreie gibt es auch Klettertouren. Angeboten wird ein «Spaziergang» zuoberst über einen der Brückenbogen. Fotos © Peter Jaeggi.

Recently in Assam / India

 

Photos © by Peter Jaeggi



Der Link des Tages

Mount Everest Livecam

Höchst gelegene

Livecam der Welt!

Der Kamakhya-Tempel in Guwahati (Assam) ist das wichtigste tantrische Zentrum der Hindus in Indien. – Eine Audio-Impression. Ein Hindupriester rezitiert im Innern der Tempelanlage Sanskrit-Texte. Aufnahme: Peter Jaeggi.

Incredible India:

Landlos

im grossen Land

Foto © Peter Jaeggi

 

Schweizer Radio DRS2,


rpd. «Incredible India». «Unglaubliches Indien». Mit diesem Slogan betreibt der Subkontinent in weltweit ausgestrahlten Werbespots touristische Werbung. Was darin nicht auftaucht: in Indien herrscht bei den Landrechten eine unglaubliche staatliche Willkür. Ureinwohner, Dalits («Unberührbare») und andere Menschen am Rande der Gesellschaft werden zu Millionen vom Land vertrieben, auf dem sie leben. Allein der Bau von Staudämmen hat in den vergangen fünf Jahrzehnten etwa 40 Millionen Menschen um Grund und Boden gebracht. In dieser Sendung von Peter Jaeggi kommen Betroffene zu Wort und Kritiker des Systems. Rajagopal, ein Gandhi-Nachfolger, erzählt, wie er noch in diesem Jahr mit hunderttausend Menschen zu einem gewaltlosen Protestmarsch aufbricht, um endlich Gerechtigkeit ins indische Landrecht zu bringen.

 

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Gefahr für

den Ganges-Flussdelfin

Der Ganges-Flussdelfin gehört zu den seltensten Säugern auf unserem Planeten. Jetzt fürchten Wissenschaftler um sein längerfristiges Überleben. Neben dem Ganges ist der Brahmaputra eines seiner letzten Refugien. Doch ausgerechnet dem Brahmaputra, einem der mächtigsten und wildesten Ströme der Erde, drohen nun durch zum Teil, gigantische Staudammbauten Gefahren, die den Flussdelfin existenziell bedrohen könnten. Peter Jaeggi hat in Assam in Indiens Nordosten recherchiert.

 

Schweizer Radio DRS2

Wissenschaftsmagazin

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«Man denkt,

ein Kind kann

nicht sterben»

Wenn ein Familienmitglied von einer schweren Krankheit heimgesucht wird, dann trifft es die ganze Familie. Vor allem Kinder müssen mit schwierigen Gefühlen zurechtkommen. «Man denkt, ein Kind kann nicht sterben», sagt zum Beispiel Bettina, die eine Schwester an Leukämie verloren hat. In dieser Sendung von Peter Jaeggi erzählen Kinder und Erwachsene, wie sie die Krebserkrankung eines Elternteils oder von Geschwistern erleben oder erlebt haben. Was besonders schwer war, was ihnen dabei geholfen hat und was sie an Erfahrungen mitnehmen.

 

Schweizer Radio DRS

 

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Hintergrund-

Interview

mit

Dr. Andrea Grether

und

Dr. Alain Di Gallo

Interview P. Jaeggi mit Dr. A Grether Dr
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Wicca –

Die Religion

der Hexen

«Wissen»

Radio SWR2

Sie nennen sich Hexen und ihr wichtigstes Ziel ist es, der Natur und andern Gutes zu tun. Wiccas glauben, dass eine schlechte Tat dreifach auf einen zurückfalle. Wenn sie sich zu ihren Festen treffen, ziehen sie einen magischen Kreis um sich. – Das Wiccatum, ist die verbreitetste neuheidnische Bewegung. Die «Hexenreligion» ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in England entstanden und ist Mixtur aus vorchristlichen, ägyptischen, indianischen und anderen Elementen. Die meisten Wiccas beziehen sich jedoch auf das Keltentum. Ihre Mitglieder sind davon überzeugt, dass Magie existiert und sie praktizieren sie auch. Im Zentrum dieses Hexenglaubens stehen eine weibliche und eine männliche Gottheit, die gleichgestellt sind. Eine sehr reichhaltige Ritualwelt und die Orientierung an Mondphasen und Jahreszyklen sind wichtige Bestandteile des Wiccatums. – In dieser Sendung von Peter Jaeggi treten auf: ein Hexenehepaar samt einiger ihrer Rituale, Wiccaforscherinnen und ein Sektenbauftragter der katholischen Kirche.

 

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Traumpfade

der australischen

Ureinwohner

Schweizer Radio DRS1

«Doppelpunkt»

 

Die «Traumzeit» der Aborigines, der australischen Ureinwohner, gehört zu den faszinierendsten, geheimnisvollsten und komplexesten Schöpfungsmythen der Menschheit. Über dem fünften Kontinent liegt ein imaginäres Netz von Traumpfaden, auf denen sich Schöpfungswesen bewegen. Sie geben den Menschen die Seele und holen sie nach dessen Tod zurück. Felsen, Wasserlöcher, Berge und Flüsse: seit vermutlich 60 000 Jahren sind sie den Aborigines heilige Kultstätten. Dabei ist «Traumzeit» eher eine Vorstellung des weissen Mannes. In den Sprachen der Aborigines-Stämme existiert weder dieser Begriff, noch die Vorstellung, die er vorgibt. Die «Traumzeit», das Schöpfungsgeschehen, kennt nämlich weder Anfang noch Ende.

Was die Traumzeit wirklich ist, was es mit der Regenbogenschlange auf sich hat und von den Albträumen der Aborigines erzählt diese Sendung von Peter Jaeggi.

 

 

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Wiederholung

am 16. Juli 2012

08.30 Uhr

Podcasts

25 grosse SR DRS-

Radiofeatures

von Peter Jaeggi

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