Peter Jaeggi Text Ton Bild

Neu! Jetzt erhältlich: Das erste deutschsprachige Buch über die heiligen Kühe im hinduistischen Indien.

Buchbesprechung von «Fair unterwegs»

Zunächst ist der neue Bildband des Autors und Medienschaffenden Peter Jaeggi einfach ein schönes Buch ... 


Aktuelle Artikel von Peter Jaeggi über Indien

 

Tiger versus Ureinwohner

 

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Sprachtsunami

 

Am vergangenen 26. Dezember waren es fünf Jahre her seit dem Seebeben von 2004. Es brachte Hunderttausenden von Menschen unermessliches Leid. Umso störender, ja geradezu respekt- und hirnlos erscheint es mir, wenn der Begriff «Tsunami» seither für alles Mögliche herhalten muss. Eine kleine Auswahl:

 

Der Premieren-Tsunami am Wiener Burgtheater (Kleine Wiener Zeitung). Ein Arbeitsplatzabbau, der an einen Tsunami erinnert (Schwäbische Post). Der «Trainer-Tsunami» beim FC Schalke 04 (Kölner Rundschau). Die französische Filmförderung, die einst «ein wahrer Tsunami» auslöste (Welt online). In FAZ-net rollt ein Tsunami an staatlichen Emissionen über die Märkte. In der Neuen Westfälischen liest man über eine Sängerin: «Eine Frau wie ein Tsunami». Der Grippe-Tsunami (Tagesspiegel Berlin). Der Comedy-Tsunami (Braunschweiger-(/Salzgitter Zeitung). Der Haus-Zwangsvollstrecker-Tsunami (boerse-go.de). Das Handelsblatt ortet in der Autoindustrie einen «GM-Insolvenz-Tsunami». Die  Grünen «beklagen Schulden-Tsunami im Etat» schreibt Bild. Und focus.de berichtet während der Tour de France über einen «Marketing-Tsunami namens Armstrong». Im Luxemburger Wort liest man nach den letzten Wahlen in Japan von einem «kleinen, demokratischen Tsunami».

 

Und weshalb gibt es in Deutschland einen Musiker namens Tsunami und  einen Nachtclub mit dem gleichen Namen?

 

Der Tsunami war ein schreckliches Naturereignis.

 

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Die Glückskette sagt Merci
Bilanz nach 5 Jahren Tsunami. Journal, das an allen Schweizer Postschaltern auflag. Redaktion Roland Jeanneret und Peter Jaeggi.
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Wie ein keines Mädchen den Tsunami überlebte
Reportage aus Aceh von Peter Jaeggi im SPICK vom Dez. 2009
Putri Aceh Spick 12:09.pdf
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Impressionen meiner letzten Reportagereise Okt.-Dez.09, Indonesien und Australien


Aus dem Geburtsort des Opals

 

Die Mutter des Opals ist der Grund eines vor Jahrmillionen ausgetrockeneten Binnenmeeres, das einst ein Viertel Australiens bedeckte. Der Vater dieses schönsten Edelsteins der Welt ist das Licht. Es zaubert das Farbenfeuer hervor, das alle Facetten des Regenbogens umfasst.

 

Vorgestern zeigte mir ein griechischer Opalhändler der schon fast 40 Jahre lang hier in Coober Pedy lebt, die Schätze in seinem Tresor. Es gibt unglaublich schöne Opale! Da ist ein Funkeln und Feuern und Glitzern und Glänzen. Und je nachdem, wie man den Stein dreht, verändert sich das Farbenspiel.

 

Leicht nachzuvollziehen, dass jener verloren ist, der hier, mitten im Outback Australiens, einmal Opal gefunden hat. Mit den Opalgräbern sind Glück und Leid, sind Betrug und gewaltsamer Tod, sind Reichtum und Armut verbunden. Der Opal verändert einen Menschen, heisst es hier. Nicht immer zum Guten. Und: der Opal ist unberechenbar. Manche suchen Jahre und ein Leben lang und finden nichts von Bedeutung. Aber sie sagen sich: Morgen, villeicht morgen ... Andere werden über Nacht zu Millionären. Man sagt hier: Nicht du findest den Opal – der Opal findet dich.

 

Opalgräber sind, wie das Objekt ihrer Begierde, Individualisten. Meist kauzige Einzelgänger. Es sind Abenteurer und Menschen, die die Freiheit suchen. Die nächste Stadt und mit ihr die vielen Vorschriften und Regeln ist über 500 Kilometer weit weg. Ein wahrhaft exotisches "Exemplar" habe ich in der Opalsiedlung von Andamooka gefunden. Alex Mendelsohn, ein Nachfahre des gleichnamigen Komponisten. Alex verdient heute sein Geld als Maler, nachdem er als Opalgräber nicht sehr grossen Erfolg hatte,

 

Zwischen einzelnen Interviews habe ich unzählige Stunden einsam in den riesigen Opalfeldern verbracht, alte Minen durchstreift, da Steine zerschlagen, dort was Glitzerndes aufgehoben. Und zwischendurch hüpft ein Riesenkänguruh davon, das glaubt, hier in der Endlosigkeit der Landschaft seine Ruhe zu haben. Gefunden hat mich der Opal nicht.

 

In Coober Pedy wohnt ein grosser Teil der Leute in einem Dugout, in unterirdischen, in den Sandstein gehauenen Häusern. Zum Teil wunderschöne Objekte. Auch Kirchen, ein Campingplatz, ein Buchladen und Hotels sind hier unterirdisch. Hier wird es im Sommer (Nov. bis ca. Februar) manchmal 50 Grad heiss. In den unterirdischen Wohnungen, manche davon luxuriös und sogar mit Schwimmbad, bleibt es konstant um die 24 Grad.

 

Im Wüstensand gibt es auch einen Golfplatz. Für 10 australische Dollar (ca.10 Franken) kauft man in einem Plastiksäckchen ein kleines Stückchen künstlichen Rasen, auf dem der Ball abgeschlagen wird.

 

Heute erzählte mir ein Opalgräber eine ziemlich abenteuerliche Geschichte. Kürzestfassung: Er findet nach entbehrungsreichen Monaten in glühender Hitze und nachdem er sich mit Pickel und Schaufel, mit Hilfe seiner Frau und zwei schweren Alkoholikern, über zehn Meter in den Boden gegraben hat, einen der grössten, je entdeckten Opale. Noch bevor der Schatz gehoben ist, machen sich die Alkis davon, um sich zu besaufen, machen riesige Schulden, kaufen Autos auf Kredit. Später, als der Opal in Sydney, bewacht von zwei bewaffneten Sicherheitsleuten, ausgestellt wurde, wird er zum nationalen Medienthema. - Als die Alkoholiker ihre Schulden nicht bezahlen, droht der Verlust des Opals. Der kostbare Stein soll konfisziert werden – als Sicherheit für die Gläubiger. Da lässt der Finder den Stein über Nacht verschwinden. Die Presse bezeichnet ihn als einen Betrüger, der seine Helfer um den Gewinn bringen will. Anonyme Drohungen treffen ein. Das Hotel, in dem der Finder mit seiner Frau wohnt, wird polizeilich bewacht, um ihn zu schützen. Der Opal ist inzwischen so berühmt, dass es unmöglich geworden ist, ihn als ganzes Stück zu verkaufen. Zudem mischt sich die australische Regierung ein und erklärt den Edelstein zum "nationalen Erbe", bietet dem Finder, seiner Frau und den beiden Helfern je 10 000 Dollar. Das Stück ist aber Millionen wert. In der Not und um nicht um seinen Gewinn gebracht zu werden, zerschneidet der Finder den fast fussballgrossen Opal in unzählige kleine Stücke und verkauft diese einzeln.

 

Coober Pedy, Südaustralien, 11.12.2009

 

 

 

 

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Opal Tales from Andamooka and Coober Pedy
Australian Impressions from the Inside of the most beautifil Gemstone – the Opal. Short movie by Peter Jaeggi.
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Graham Pushee auf der Opernbühne, Sydney Opera House

Notizen aus Australien

 

 

Der Weg nach Australien von Singapore nach Sydney mit dem neuen Grossraumflugzeug A-380 der Singapore Airlines. Eine Qual und eine Enttäuschung. Wer denkt: Endlich etwas mehr Beinfreiheit in der Economy-Klasse, dessen Erwartungen werden im Flieger buchstäblich zusammengestaucht. Die Knie berühren beinahe den Vordersitz. Kommt dazu, dass neben mir, neben Fensterplatz 76 K auf dem Oberdeck (aus dem man wegen stark gewölbter Wand kaum auf die Landschaft hinuntersieht), eine sehr umfangreiche Dame sitzt. Sie ist dermassen beleibt, dass sie mit ihrem Oberkörper zeitweise fast einen Drittel meines Sitzes beansprucht. Ein Besatzungsmitglied mit Namen Kevin sagt, ich könne ja das Flugzeug wechseln, als ich ihm die unbequeme Lage auseinandersetze. Man werde mein Gepäck umladen ... Später auf dem Flug entschuldigt sich eine Flugbegleiterin dafür, dass sie nichts tun könne, das Flugzeug sei voll. In Sydney schliesslich herrscht vor der Gepäckausgabe ein riesiges Gedränge. Zu viele Leute warten vor dem Fliessband. Auch vor der Passkontrolle: ungewöhnliche lange Menschenschlangen. – Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass da bezüglich Grösse eine Grenze überschritten ist.

 

Die erste Destination in Sydney ist an diesem Sonntag der Ankunft das Mona Vale Hospital. Weil mich am letzten Abend auf Flores ein Hund in die Hand gebissen hatte, wurde aus Vorsicht eine Auffrischung der Tollwutimpfung notwendig. 70 australische Dollar.

 

Ein Höhepunkt der Sydney-Tage war der Interview- und Fototermin hinter den Kulissen des Opera House. Mit dem ehemaligen Countertenor Graham Pushee, der an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel studierte, eine Wanderung durch unterirdische Gänge, durch Garderoben, über die Konzert- und die Opernbühne. Auf der Konzertbühne auch Vladimir Ashkenazy, der frühzeitig zur gleich beginnenden Orchesterprobe eingetroffen ist. Erinnerungen von Graham an seine Auftritte hier, seine Karriere als Sänger, die ihn neben Sydney auf viele prominente Bühnen der Welt führten, und seine Arbeit heute als Direktor der grössten Konzertagentur  in Australien und Neuseeland für klassische Sänger, das waren Themen unserer Gespräche. Wir führten sie in Hochdeutsch. Der in Sydney aufgewachsene Graham spricht noch heute Schweizerdeutsch, das er einst während seiner Basler Zeit lernte.

 

Diese Zeilen schreibe ich auf dem rund hundert minütigen Flug von Sydney in die südaustralische Metropole Adelaide. Mit Virgin Blue Airlines. Für meine zehn Kilo Übergepäck (Radio- und Fotoequipment) hundert Dollar bezahlt. Im Flieger bekommt man nicht einmal ein Glas Wasser gratis. – Von Adelaide aus dann geht es per Miet-Geländewagen auf die Expedition zu den derzeit sehr heissen Opalfeldern im Innern des Landes. Nach Andamooka, Coober Pedy, Mintabie. Vergangene Woche quaelten hört  Temperaturen nahe 50 Grad die Menschen dieser Halbwuestenregion.

Indonesien

 

 

 

 


Der Link des Tages

«Menschen und Horizonte» mit Pater Ernst Waser.

SR DRS1 Sonntag 28. Feb. 14-15 h

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